"zeit" als luxusgut zu bezeichnen ist gewiss nichts ungewoehnliches, jedoch suche ich seit australien vergebens nach einer steigerungsform von "luxus", denn wenn hier etwas fehlt, so ist es die "zeit". es gibt so vieles zu sehen, erleben und lernen, dass ein tag mit mindestens 36 stunden angebracht waere.
zur "zeit" besuche ich noch die phoenix academy in perth damit meine englischkentnisse (hoffentlich) die bewerbungskategorie "verhandlungssicher" erreichen. die letzte woche an dieser kleinen, aber guten sprachschule steht mir bevor. unterrichtet wird in klassen mit bis zu 14 schuelern, in leveln von elementary bis advanced. im vordergrund steht die konversation ueber aktuelles weltgeschehen, pro und kontra des australischen way of life und ueber imaginaere geschichten des teachers (muetter der schueler die ihm liebesbriefe schreiben...) gewuerzt mit taeglicher grammatik ergibt dies einen schmackhaften und interessanten unterricht. nachmittags zieht es mich meist zum strand oder in den fitnesstempel. das stereotyp vom muskuloesen australischen beachboy mit dem surfbrett unter dem arm trifft (leider) auf viele maennliche aussis meiner altersklasse zu, was einen gewissen fitnessdruck nach sich zieht ;) und so steht nach geistigem training in wort und schrift oft anschliessend koerperliche ertuechtigung mit hanteln und geraeten auf dem programm. pubs und nachtclubs bieten nach all diesen strapazen die verdiente entspannung. fuer gegenwaertige und zukuenftige australienreisende an dieser stelle eine kurze zusammenfassung der woechentlichen highlights:
dienstag hip-e club in leederville:
backpacker night mit internationalem publikum. die maessige location wird durch die ausgelassene stimmung und den aufgeschlossenen besuchern ausgeglichen. wer vor 22 uhr mit 5 leuten erscheint bekommt zusaetzlich zu dem freibier und free bbq einen gutschein fuer 3 jacks (ca. 3,6 liter bier)
mittwoch hillarys boat harbour in hillary:
noerdlich von scarborough beach. erst die zahlreichen wunderschoenen pubs am peer besuchen und anschliessend in den nightclub. 99% australier im alter von 19 bis 29. livebands und djs im wechsel, sehr ausgelassene stimmung.
donnerstag brasilian night im deen in northbridge:
freier eintritt, mit bis zu 3 floors kommt jeder musikgeschmack auf seine kosten. bis 24 uhr auch livebands mit salsa.
freitag und samstag:
die partyfreudigen australier sind ueber die ganze stadt verstreut. empfehlenswert sind das boorswood casino (der nightclub), subiaco (red sea night club) fuer die anspruchsvollen und northridge fuer alle anderen.
sonntag cottesloe beach sunday-session: entspanntes trinken am cottesloe strand ab ca. 15 uhr. abends wird in den pubs zu livemusik getanzt. in vielen reisefuehrern als highlight gepriesen.
montag:
groesstenteils ruhetag, vereinzelte clubs haben bis 24 uhr geoeffnet.
kulturell hat die einsamste grossstadt der welt (geographisch und demographisch gesehen) nicht vieles zu bieten. die wenigen museen und sehenswuerdigkeiten der stadt hab ich fuer naechstes wochenende auf meine "to-do-liste" gesetzt. besonderen wert wird daher auf landschaft und umland gelegt, in dessen genuss ich schon durch den mageret river trip kommen durfte. vor ca. 2 wochen stand der zweite ausflug bevor, dieses mal mit 7 schweizern und einer deutschen in den sueden nach esperence, albany und pemberton.
erster halt war der wave-rock, mitten im nirgendwo des australischen outbacks. nach dem einige photos geschossen wurden und wir eingesehen hatten, dass der name gerechtfertigt ist, setzten wir unsere reise nach esperence fort. eine ungewohnte landschaft mit roter erde, baeumen die an afrika erinnern und strassen bis zum horizont zogen an uns vorbei. die angekuendigte kaenguruhwanderung bei anbruch der dunkelheit blieb aus, sodass wir unversehrt am spaeten abend in unserem hostel in esperence eintrafen. der good friday (karfreitag ist in australien pub und club geschlossen) bescherte uns einen ruhetag mit strandbesuch und entspanntem essen am abend. eine kleine gruppe von uns wollte sich jedoch nicht geschlagen geben und folgte einem insidertip von anwohnern um pubaehnliche verhaeltnisse vorzufinden. also zogen wir mit ein paar hollaenderinnen, deutschen und anderen hostelmates in ein naheliegendes lokal. dort wurden wir mit dem australischen feiertagsgesetz vertraut gemacht: alkohlausschank nur in verbindung mit einem essen. unser interesse galt jedoch nur ersterem, so bekam schliesslich jeder einen gratisteller mit french fries zu seinem bier und der wirt darf seine alkohllizenz weiterhin in sicherheit waegen. relativ schnell fanden wir heraus, dass es sich bei esperence eher um ein dorf mit grossem hafen handelt. am samstag bewunderten wir daher noch einmal die riffe und straende. abends zog ich mit einem schweizer (marc) ins theater, wo ein kostenloses rockkonzert stattfand. die anderen verwehrten die gefolgschaft, da es sich auf dem zweiten blick um ein christiches rockkonzert handelte. nach der gut verstaendlichen und angenehmen musik wurden wir dann tatsaechlich von missionaren ueberrant bzw. "ueberredet". der emotionalen rede meines missionars ueber die bibel und seine leichte kritik an meinem glauben hielt ich den konzil von nicaea im 4 jahrhundert entgegen, was ihn doch teilweise etwas verwirrte. nach einem freundlichen abschied zogen marc und ich es vor zu warten bis die christliche gemeinde gegangen war um in den anliegenden pub zu gehen (vom himmel in die hoelle zum suendhaften alkohl ;) unerwartet luden sie uns aber zum pastor nach hause zur afterparty ein ;) (photo von den christen im letzten posting) bei cola und leckerem essen wurden dann internationale themen angeschnitten und eine engere bekanntschaft geschlossen. sonntag ging es ueber albany weiter nach denmark. der treetop-walk sorgte mit hoehen von ca.40m fuer adrenalinschuebe. gigantische baeume, in hoehe und breite und eine phantastische natur boten einen besonderen anblick. einige australier hatten wahrscheinlich auch das beduerfnis einen osterausflug zu unternehmen, denn am ostermontag waren die highways fuer australische verhaeltnisse stark befahren. tankstellen versuchten mit werbetafeln aus diesem tag den maximalen profit zu ziehen, die polizei nutzte statt werbetafeln das komplette repertoir an radargeraeten um geld zu verdienen. und so schnappte schliesslich auch bei mir die falle zu: 126 km/h waren 16 km/h zuviel und grund genug um mir einen 100 euro strafzettel zu verpassen... ich bin gespannt wie sie das geld eintreiben wollen, ich zahl den wucherpreis jedenfalls nicht. (schwacher trost: unserem zweites auto ereeilte dasselbe schicksal... preis: 200 euro -ueberredungskuenste= 0 euro! toller trost...
am abend erreichten wir dann wieder perth und wurden herzlich von unserer neuen gastfamillie begruesst (vorheriger post: marco, stefanie und ich sind bei bei yvonne und andrew eingezogen) um unser glueck bei ihnen zu wohnen besser auszudruecken hier nur einige fakten:
yvonne kocht jeden abend vorzuegliche gerichte aus der ganzen welt, jeden abend haben wir das gefuehl im restaurant essen zu gehen. das haus ist gross, sehr modern ausgestatt und sehr sauber. sie sprechen viel und vor allem gutes englisch mit uns, nehmen und mit auf partys und empfaenge ihrerer freunde. sofern es zeitlich moeglich ist fahren sie uns ab und zu mit dem auto durch die stadt (kino, pub...) wichtig ist ihnen, dass wir sie als geschwister sehen, was mit ihren jungen 32 jahren relativ leicht faellt.
mehr ueber die beiden und die vergangenen wochen versuche ich noch am wochenende online zu stellen. jetzt wird es zeit den computer fuer andrew frei zu machen, der heute abend noch arbeiten muss.
vielen dank fuer alle geburtstagsgruesse, danke fuer die netten kommentare und schoene gruesse ins sonnige deutschland... *neid* ;)
euer alexandre
p.s. ich bitte eventuelle tippfehler zu entschuldigen, die tastaturbatterie gibt allmaehlich den geist auf...