25.4.07

Dieses und Jenes





"zeit" als luxusgut zu bezeichnen ist gewiss nichts ungewoehnliches, jedoch suche ich seit australien vergebens nach einer steigerungsform von "luxus", denn wenn hier etwas fehlt, so ist es die "zeit". es gibt so vieles zu sehen, erleben und lernen, dass ein tag mit mindestens 36 stunden angebracht waere.
zur "zeit" besuche ich noch die phoenix academy in perth damit meine englischkentnisse (hoffentlich) die bewerbungskategorie "verhandlungssicher" erreichen. die letzte woche an dieser kleinen, aber guten sprachschule steht mir bevor. unterrichtet wird in klassen mit bis zu 14 schuelern, in leveln von elementary bis advanced. im vordergrund steht die konversation ueber aktuelles weltgeschehen, pro und kontra des australischen way of life und ueber imaginaere geschichten des teachers (muetter der schueler die ihm liebesbriefe schreiben...) gewuerzt mit taeglicher grammatik ergibt dies einen schmackhaften und interessanten unterricht. nachmittags zieht es mich meist zum strand oder in den fitnesstempel. das stereotyp vom muskuloesen australischen beachboy mit dem surfbrett unter dem arm trifft (leider) auf viele maennliche aussis meiner altersklasse zu, was einen gewissen fitnessdruck nach sich zieht ;) und so steht nach geistigem training in wort und schrift oft anschliessend koerperliche ertuechtigung mit hanteln und geraeten auf dem programm. pubs und nachtclubs bieten nach all diesen strapazen die verdiente entspannung. fuer gegenwaertige und zukuenftige australienreisende an dieser stelle eine kurze zusammenfassung der woechentlichen highlights:
dienstag hip-e club in leederville:
backpacker night mit internationalem publikum. die maessige location wird durch die ausgelassene stimmung und den aufgeschlossenen besuchern ausgeglichen. wer vor 22 uhr mit 5 leuten erscheint bekommt zusaetzlich zu dem freibier und free bbq einen gutschein fuer 3 jacks (ca. 3,6 liter bier)
mittwoch hillarys boat harbour in hillary:
noerdlich von scarborough beach. erst die zahlreichen wunderschoenen pubs am peer besuchen und anschliessend in den nightclub. 99% australier im alter von 19 bis 29. livebands und djs im wechsel, sehr ausgelassene stimmung.
donnerstag brasilian night im deen in northbridge:
freier eintritt, mit bis zu 3 floors kommt jeder musikgeschmack auf seine kosten. bis 24 uhr auch livebands mit salsa.
freitag und samstag:
die partyfreudigen australier sind ueber die ganze stadt verstreut. empfehlenswert sind das boorswood casino (der nightclub), subiaco (red sea night club) fuer die anspruchsvollen und northridge fuer alle anderen.
sonntag cottesloe beach sunday-session: entspanntes trinken am cottesloe strand ab ca. 15 uhr. abends wird in den pubs zu livemusik getanzt. in vielen reisefuehrern als highlight gepriesen.
montag:
groesstenteils ruhetag, vereinzelte clubs haben bis 24 uhr geoeffnet.
kulturell hat die einsamste grossstadt der welt (geographisch und demographisch gesehen) nicht vieles zu bieten. die wenigen museen und sehenswuerdigkeiten der stadt hab ich fuer naechstes wochenende auf meine "to-do-liste" gesetzt. besonderen wert wird daher auf landschaft und umland gelegt, in dessen genuss ich schon durch den mageret river trip kommen durfte. vor ca. 2 wochen stand der zweite ausflug bevor, dieses mal mit 7 schweizern und einer deutschen in den sueden nach esperence, albany und pemberton.
erster halt war der wave-rock, mitten im nirgendwo des australischen outbacks. nach dem einige photos geschossen wurden und wir eingesehen hatten, dass der name gerechtfertigt ist, setzten wir unsere reise nach esperence fort. eine ungewohnte landschaft mit roter erde, baeumen die an afrika erinnern und strassen bis zum horizont zogen an uns vorbei. die angekuendigte kaenguruhwanderung bei anbruch der dunkelheit blieb aus, sodass wir unversehrt am spaeten abend in unserem hostel in esperence eintrafen. der good friday (karfreitag ist in australien pub und club geschlossen) bescherte uns einen ruhetag mit strandbesuch und entspanntem essen am abend. eine kleine gruppe von uns wollte sich jedoch nicht geschlagen geben und folgte einem insidertip von anwohnern um pubaehnliche verhaeltnisse vorzufinden. also zogen wir mit ein paar hollaenderinnen, deutschen und anderen hostelmates in ein naheliegendes lokal. dort wurden wir mit dem australischen feiertagsgesetz vertraut gemacht: alkohlausschank nur in verbindung mit einem essen. unser interesse galt jedoch nur ersterem, so bekam schliesslich jeder einen gratisteller mit french fries zu seinem bier und der wirt darf seine alkohllizenz weiterhin in sicherheit waegen. relativ schnell fanden wir heraus, dass es sich bei esperence eher um ein dorf mit grossem hafen handelt. am samstag bewunderten wir daher noch einmal die riffe und straende. abends zog ich mit einem schweizer (marc) ins theater, wo ein kostenloses rockkonzert stattfand. die anderen verwehrten die gefolgschaft, da es sich auf dem zweiten blick um ein christiches rockkonzert handelte. nach der gut verstaendlichen und angenehmen musik wurden wir dann tatsaechlich von missionaren ueberrant bzw. "ueberredet". der emotionalen rede meines missionars ueber die bibel und seine leichte kritik an meinem glauben hielt ich den konzil von nicaea im 4 jahrhundert entgegen, was ihn doch teilweise etwas verwirrte. nach einem freundlichen abschied zogen marc und ich es vor zu warten bis die christliche gemeinde gegangen war um in den anliegenden pub zu gehen (vom himmel in die hoelle zum suendhaften alkohl ;) unerwartet luden sie uns aber zum pastor nach hause zur afterparty ein ;) (photo von den christen im letzten posting) bei cola und leckerem essen wurden dann internationale themen angeschnitten und eine engere bekanntschaft geschlossen. sonntag ging es ueber albany weiter nach denmark. der treetop-walk sorgte mit hoehen von ca.40m fuer adrenalinschuebe. gigantische baeume, in hoehe und breite und eine phantastische natur boten einen besonderen anblick. einige australier hatten wahrscheinlich auch das beduerfnis einen osterausflug zu unternehmen, denn am ostermontag waren die highways fuer australische verhaeltnisse stark befahren. tankstellen versuchten mit werbetafeln aus diesem tag den maximalen profit zu ziehen, die polizei nutzte statt werbetafeln das komplette repertoir an radargeraeten um geld zu verdienen. und so schnappte schliesslich auch bei mir die falle zu: 126 km/h waren 16 km/h zuviel und grund genug um mir einen 100 euro strafzettel zu verpassen... ich bin gespannt wie sie das geld eintreiben wollen, ich zahl den wucherpreis jedenfalls nicht. (schwacher trost: unserem zweites auto ereeilte dasselbe schicksal... preis: 200 euro -ueberredungskuenste= 0 euro! toller trost...
am abend erreichten wir dann wieder perth und wurden herzlich von unserer neuen gastfamillie begruesst (vorheriger post: marco, stefanie und ich sind bei bei yvonne und andrew eingezogen) um unser glueck bei ihnen zu wohnen besser auszudruecken hier nur einige fakten:
yvonne kocht jeden abend vorzuegliche gerichte aus der ganzen welt, jeden abend haben wir das gefuehl im restaurant essen zu gehen. das haus ist gross, sehr modern ausgestatt und sehr sauber. sie sprechen viel und vor allem gutes englisch mit uns, nehmen und mit auf partys und empfaenge ihrerer freunde. sofern es zeitlich moeglich ist fahren sie uns ab und zu mit dem auto durch die stadt (kino, pub...) wichtig ist ihnen, dass wir sie als geschwister sehen, was mit ihren jungen 32 jahren relativ leicht faellt.
mehr ueber die beiden und die vergangenen wochen versuche ich noch am wochenende online zu stellen. jetzt wird es zeit den computer fuer andrew frei zu machen, der heute abend noch arbeiten muss.
vielen dank fuer alle geburtstagsgruesse, danke fuer die netten kommentare und schoene gruesse ins sonnige deutschland... *neid* ;)
euer alexandre
p.s. ich bitte eventuelle tippfehler zu entschuldigen, die tastaturbatterie gibt allmaehlich den geist auf...





Knoellchenvergabe





Erfolgreicher Pubfund, mit den 2 Deutschen, 2 Hollaenderinnen



Langeweile im Auto



Hollaender (erinnet an Jakob ;) und Amerikaner


Der maennliche Teil des Expeditionsteams in einem gigantischen Baum



Auf dem Treetop Walk







Kalter Morgen





Surfer


Unwiderstehliche Strandschoenheiten

18.4.07

Pictures

und hier noch ein Paar versprochene Bilder




Verzweiflungstat, da die echten Voegel zu lange auf sich warten liessen...


... und schliesslich doch noch kamen


Von Australien gesehen richtig! Beides in gleicher Richtung ;)


Die Drei teuflischen Zwei


Man beachte zuerst den Text auf dem Auto...


In unserem sagenhaften Toyota Sedan




Das musste sein, wer kann schliesslich behaupten gegen einen der groessten Baeume der Welt uriniert zu haben...


Was um himmels Willen ist so interessant??


Freundliche Christen (Story folgt die Tage...)




Rocksurfing auf dem famous Waverock




Der VAN von innen


lunchtime

4.4.07

Medaillen und ihre Kehrseiten

"aussi cities rate among world's best" war heute in australischen zeitungen zu lesen. perth hat es demnach auf platz 20 geschafft (muenchen platz 8, wo ist bitte hamburg?) und ich kann dem nur zustimmen: perth ist eine wunderschoene stadt, in die flaeche gebaut mit breiten strassen und gepflegten gruenen parks, netten menschen und einem sagenhaften wetter. das stadtzentrum laesst nur leicht erkennen, dass es sich um eine grossstadt handelt, kleine zentren mit cafes, bars geschaeften und nachtclubs sind ueber die ganze stadt verteilt, der weg zum strand ist immer kurz. die lokalpatriotischen westaustralier sind neugierig und aufgeschlossen (solange es nicht um die schreckliche eastcoast geht) und sehr gastfreundlich. so haben ein schweizer paerchen (marco und steffi) und ich in unserem fitnesscenter (sport ist hier absolutes "must") ein australisches paerchen (yvonne and andrew) kennengelernt, welches uns schliesslich fuer die naechsten 2 monate aufnimmt. gluecksgriff, denn sie wohnen in einem sehr grossen, edlen und vor allem hier ungewoehnlich sauberen haus.
doch wie der titel erahnen laesst, hat selbst diese wunderschoene stadt ihre dunklen seiten, vom linksverkehr mal abgesehen. es ist das naturvolk der aborigines, welches ich bisher immer mit einer friedlichen, von den australiern unterdrueckten population verband. ziemlich schnell wurde ich am eigenen leib eines besseren belehrt. "abos" werden vom australischen staat finanziell unterstuetzt und legen diese mittel groesstenteils in alkohl und drogen an. in einigen abo-siedlungen herrscht staatliches alkohlverbot, denn der rauschzustand fuehrt meist zu agressionen. so werden jede woche in perth menschen von aborigines krankenhausreif oder gar totgeschlagen... ohne jeglichen grund. vor ein paar wochen fielen ein paar abo-maedchen beim naechtlichen spaziergang durch die menschenleere innenstadt ueber 2 maedchen aus unserer gruppe her, schlugen ihnen mit der faust ins gesicht und rissen sie an den haaren zu boden. schnell hatten wir die abos gepackt und zurueckgestossen. die situation drohte zu eskalieren als ein paar schlaeger auftraten und uns pruegel androhten. zum glueck kam im rechten augenblick "dein freund und helfer" die polizei und verfolgte die durchgeknallten, voellig besoffenen maedels. das ergebnis waren zum glueck nur ein paar blaue flecken und eine nacht auf der polizeistation. schliesslich fuhr ein netter polizist jeden von uns um 5uhr morgens nach hause, mit einer anschliessenden einladung die tage mit ihm zusammen was trinken zu gehen!!
abgesehen von dem schulalltag (von morgens bis nachmittags unterricht, nachmittags fitness oder strand, abends lernen oder party... ) habe ich mit 2 berlinern (christoph und bruno) und einer magdeburgerin (martina) einen wochenendtrip nach mageret river unternommen, wo letztes wochenende internationale surfmeisterschaften stattfanden. um die kosten moeglichst gering zu halten kam uns die glorreiche idee einen campervan zu mieten, mit eingebauter kueche und aufgemalten graffitis. letztere zogen die aufmerksamkeit saemtlicher ueberholenden autos auf uns... ebenso der ausgefallene rueckwaertsgang der auf jedem supermarktparkplatz fuer passanten eine attraktion bot (schieben, schieben, schieben ...) der fuenfte gang nahm sich an dem rueckwaertsgang ein beispiel und verweigerte ebenfalls seinen dienst, was uns an eine spitzengeschwindigkeit von 80 km/h band...
nachdem die fast 300 km lange strecke bewaeltigt war erwartete uns am naechsten morgen der wintereinbruch (regen, bewoelkt und ca. 18 grad), ein freundlicher polizist der darauf hinwies dass wildcampen hier nicht erlaubt ist und ein mit kleinen wellen abgestrafter surfcontest. huebsche frauen mit interessanten promotionartikeln (statt in deutschland kugelschreiber gibt es hier immer flip flops) versuchten die zuschauer bei laune zu halten. der sonntag brachte dann ordentliche wellen und die damit verbundenen beeindruckenden turns. zwei kaesten becks sorgten fuer eine katerfreie ausgelassene stimmung und schliesslich ging es am sonntag mit 80 km/h wieder ins warme perth...

morgen steht der naechste trip bevor, dieses mal mit 8 schweizern an die wundervollen straende von esperence. aus fehlern wird gelernt, dieses mal nutzen wir 2 normale autos zur fortbewegung ;)

schoene gruesse von dem swan river an saale, elbe und rhein

p.s. gruesse an simon, die shift-taste funktioniert, erfordert aber einen gewissen anstrengungsgrad den ich bei diesen temperaturen nicht einzugehen bereit bin :)

Weitere Photos folgen naechste Woche...


Bruno beim Surfcontest



Fruehstueck (Becks und Ruehreier)


Unser VAN


Martina


Wahrscheinlich einer der amuesantesten Lehrer ever... Leigh

BBQ im KingsPark

Esszimmer im Hostel


Standard in Australien: Der "Juck", 1,5 l


Mike, unser Freund und Helfer...