4.4.07

Medaillen und ihre Kehrseiten

"aussi cities rate among world's best" war heute in australischen zeitungen zu lesen. perth hat es demnach auf platz 20 geschafft (muenchen platz 8, wo ist bitte hamburg?) und ich kann dem nur zustimmen: perth ist eine wunderschoene stadt, in die flaeche gebaut mit breiten strassen und gepflegten gruenen parks, netten menschen und einem sagenhaften wetter. das stadtzentrum laesst nur leicht erkennen, dass es sich um eine grossstadt handelt, kleine zentren mit cafes, bars geschaeften und nachtclubs sind ueber die ganze stadt verteilt, der weg zum strand ist immer kurz. die lokalpatriotischen westaustralier sind neugierig und aufgeschlossen (solange es nicht um die schreckliche eastcoast geht) und sehr gastfreundlich. so haben ein schweizer paerchen (marco und steffi) und ich in unserem fitnesscenter (sport ist hier absolutes "must") ein australisches paerchen (yvonne and andrew) kennengelernt, welches uns schliesslich fuer die naechsten 2 monate aufnimmt. gluecksgriff, denn sie wohnen in einem sehr grossen, edlen und vor allem hier ungewoehnlich sauberen haus.
doch wie der titel erahnen laesst, hat selbst diese wunderschoene stadt ihre dunklen seiten, vom linksverkehr mal abgesehen. es ist das naturvolk der aborigines, welches ich bisher immer mit einer friedlichen, von den australiern unterdrueckten population verband. ziemlich schnell wurde ich am eigenen leib eines besseren belehrt. "abos" werden vom australischen staat finanziell unterstuetzt und legen diese mittel groesstenteils in alkohl und drogen an. in einigen abo-siedlungen herrscht staatliches alkohlverbot, denn der rauschzustand fuehrt meist zu agressionen. so werden jede woche in perth menschen von aborigines krankenhausreif oder gar totgeschlagen... ohne jeglichen grund. vor ein paar wochen fielen ein paar abo-maedchen beim naechtlichen spaziergang durch die menschenleere innenstadt ueber 2 maedchen aus unserer gruppe her, schlugen ihnen mit der faust ins gesicht und rissen sie an den haaren zu boden. schnell hatten wir die abos gepackt und zurueckgestossen. die situation drohte zu eskalieren als ein paar schlaeger auftraten und uns pruegel androhten. zum glueck kam im rechten augenblick "dein freund und helfer" die polizei und verfolgte die durchgeknallten, voellig besoffenen maedels. das ergebnis waren zum glueck nur ein paar blaue flecken und eine nacht auf der polizeistation. schliesslich fuhr ein netter polizist jeden von uns um 5uhr morgens nach hause, mit einer anschliessenden einladung die tage mit ihm zusammen was trinken zu gehen!!
abgesehen von dem schulalltag (von morgens bis nachmittags unterricht, nachmittags fitness oder strand, abends lernen oder party... ) habe ich mit 2 berlinern (christoph und bruno) und einer magdeburgerin (martina) einen wochenendtrip nach mageret river unternommen, wo letztes wochenende internationale surfmeisterschaften stattfanden. um die kosten moeglichst gering zu halten kam uns die glorreiche idee einen campervan zu mieten, mit eingebauter kueche und aufgemalten graffitis. letztere zogen die aufmerksamkeit saemtlicher ueberholenden autos auf uns... ebenso der ausgefallene rueckwaertsgang der auf jedem supermarktparkplatz fuer passanten eine attraktion bot (schieben, schieben, schieben ...) der fuenfte gang nahm sich an dem rueckwaertsgang ein beispiel und verweigerte ebenfalls seinen dienst, was uns an eine spitzengeschwindigkeit von 80 km/h band...
nachdem die fast 300 km lange strecke bewaeltigt war erwartete uns am naechsten morgen der wintereinbruch (regen, bewoelkt und ca. 18 grad), ein freundlicher polizist der darauf hinwies dass wildcampen hier nicht erlaubt ist und ein mit kleinen wellen abgestrafter surfcontest. huebsche frauen mit interessanten promotionartikeln (statt in deutschland kugelschreiber gibt es hier immer flip flops) versuchten die zuschauer bei laune zu halten. der sonntag brachte dann ordentliche wellen und die damit verbundenen beeindruckenden turns. zwei kaesten becks sorgten fuer eine katerfreie ausgelassene stimmung und schliesslich ging es am sonntag mit 80 km/h wieder ins warme perth...

morgen steht der naechste trip bevor, dieses mal mit 8 schweizern an die wundervollen straende von esperence. aus fehlern wird gelernt, dieses mal nutzen wir 2 normale autos zur fortbewegung ;)

schoene gruesse von dem swan river an saale, elbe und rhein

p.s. gruesse an simon, die shift-taste funktioniert, erfordert aber einen gewissen anstrengungsgrad den ich bei diesen temperaturen nicht einzugehen bereit bin :)

Weitere Photos folgen naechste Woche...


Bruno beim Surfcontest



Fruehstueck (Becks und Ruehreier)


Unser VAN


Martina


Wahrscheinlich einer der amuesantesten Lehrer ever... Leigh

BBQ im KingsPark

Esszimmer im Hostel


Standard in Australien: Der "Juck", 1,5 l


Mike, unser Freund und Helfer...